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Der amerikanische Konsul zu Besuch an der Mathias-von-Flurl-Schule

Im Rahmen des Projekts „100 Schulen für 100 Tage” konnte unsere Schule am Dienstag, den 25.04.2017, Herrn Anthony Miranda vom US-Generalkonsulat München recht herzlich willkommen heißen. Etwa 70 Schülerinnen und Schülern der Klassen GSV 10b, GK12, GH 11 und TK 12a wurde ein interessanter und kurzweiliger Vortrag geboten.

Mit dem Projekt „100 schools for 100 days – Engaging with Bavarian Youth” hat sich das Konsulat zum Ziel gesetzt, anlässlich der ersten 100 Tage der Regierung Trump an 100 Schulen in ganz Bayern vorstellig zu werden und dort mit den Schülerinnen und Schülern deren Fragen zu den USA im Allgemeinen und den gegenwärtigen bzw. zukünftigen politischen Entwicklungen im Speziellen, auf Englisch zu diskutieren.

Nach der Begrüßung durch OstD Kiese, StD Obermeier-Fenzl und OStR Treutz begann Herr Miranda in der Funktion als Konsul für Öffentlichkeitsarbeit seinen Vortrag mit einer kurzen Vorstellung des Generalkonsulats München. Dieses ist eines von fünf US-Generalkonsulaten (die weiteren Generalkonsulate befinden sich in Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Leipzig). Während sich die US-Botschaft in Berlin besonders den politischen Beziehungen widmet, umfassen die Aufgabengebiete der Konsulate vor allem die Außenwirtschaftsförderung, die kulturelle Zusammenarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit.

Herr Miranda betonte die historisch gewachsenen, engen Beziehungen der USA mit Deutschland und die Wichtigkeit der transatlantischen Partnerschaft. Er hob die gute wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder hervor und bezeichnete die USA als den größten Abnehmer bayerischer Produkte. Darüber hinaus seien um die 700.000 Amerikaner bei deutschen Firmen beschäftigt.

Dem etwa 20-minütigen Vortrag folgte eine lebhafte und kurzweilige Diskussion, bei denen auch politisch sensible Themen wie die kürzlich statt gefundene Bombardierung Syriens durch die USA, die Eskalation im Nordkorea-Konflikt oder das angespannte Verhältnis der Amerikaner zu Russland nicht ausgespart wurden. Miranda verteidigte dabei einerseits die Positionen Amerikas, appellierte andererseits aber auch an die Schüler, die Ihnen zugänglichen Informationen und Nachrichten ständig zu hinterfragen und sich nicht nur einseitig von einigen wenigen Quellen informieren zu lassen, um so ein möglichst objektives Urteil vom Weltgeschehen zu erhalten. Beim Thema Immigration verwies Herr Miranda darauf, dass sich Schätzungen zufolge die Einwohnerzahl der USA bis 2060 um rund 100 Millionen auf dann 420 Millionen Einwohner erhöhen werde und dies enorme Herausforderungen für sein Land mit sich bringt. Zudem befänden sich momentan 11 Millionen nicht registrierte Einwanderer im Land. Zur überraschenden Wahl Trumps zum Präsidenten und der für Deutsche etwas befremdlichen Tatsache, dass er fast drei Millionen Stimmen weniger als Hillary Clinton bekam jedoch deutlich mehr Wahlmänner auf sich vereinigen konnte, fand Miranda ebenfalls klare Worte. Er verwies darauf, dass das Wahlsystem seinen Ursprung im ländlich geprägten Amerika des späten 18. Jahrhunderts hat und es sich zu dieser Zeit als überaus zweckmäßig erwiesen habe. Außerdem war Hillary Clinton das Wahlsystem bekannt und ihr war daher klar, welche Staaten es zu gewinnen galt, um schlussendlich als Siegerin aus der Wahl hervor zu gehen.

Ebenfalls kontrovers diskutiert wurden die Themen Obamacare, Waffenbesitz in Amerika, Videoüberwachung und der monetäre Beitrag der Mitgliedsstaaten zur NATO.

Nach gut einer Stunde waren sämtliche Fragen der Schüler beantwortet. OStR Treutz bedankte sich bei unserem Gast mit einer kleinen Aufmerksamkeit für dessen Besuch und seinen interessanten und informativen Ausführungen zur amerikanischen Politik sowie dem Näherbringen der amerikanischen Mentalität und Kultur.

Ludwig Leibl

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